Mittwoch, 17. September 2014

Erlebnisse des 1. Monats

Der erste Monat ist nun rum und ich fühle mich wirklich sehr wohl hier und habe mich in meinem neuen Umfeld auch schnell zurechtgefunden. Ich habe jetzt das Gefühl den Neuanfang hier gemeistert zu haben und damit hier eine neue Heimat gefunden zu haben. Meine Tage hier sind vor allem geprägt von der Schule, die manchmal ganz schön anstrengend ist, mir aber im großen und ganzen ganz gut gefällt und von meiner Zeit in der Gastfamilie, in der ich mich wirklich wohl fühle und jeden Tag mich ein bisschen mehr als ein Teil dieser Familie fühle.



Natürlich unternehmen wir auch neben dem Schulalltag immer mal wieder echt schöne Sachen, die mich dem Land, der Kultur und den Menschen näher bringen.
Ich werde von meinen zweiten Gasteltern, die ich bereits kennengelernt habe, auf eine kleine Schifffahrt an der finnischen Ostseeküste eingeladen. Das Wetter ist zuerst sehr gut und es ist wirklich schön, überall kleine Inseln zu sehen und die Unberührtheit mancher zu genießen. Als wir weiter auf das Meer hinaus fahren, fängt es neben starken Sonnenschein an zu regnen, was einen unglaublich starken und schönen Regenbogen hervorbringt und ein toller Anblick ist. Danach gewittert es heftig und starker Regen, Wind und sehr intensive Blitze folgen, was auch ganz interessant ist, aber nicht so angenehm. Nach ein paar Stunden kommen wir im sonnigen Hafen an und haben in geringer Zeit viel vom Meer gesehen, aber vor allem habe ich das finnische Wetter noch ein bisschen besser kennengelernt.
In meiner Heimatstadt Harjavalta findet eine jährliche Konzertwoche namens SATA SOITTO, bei dem täglich mindestens ein Künstler in der Umgebung auftritt, statt. Ich habe die Möglichkeit, aufgrund meines sehr freundlichen Rotary-Clubs, alle Konzerte zu besuchen und deshalb schaffe ich es zu 6 Konzerten im Rahmen dieser Woche. Die Künstler sind meist Sänger, Pianisten oder Bläser. Highlights für mich im Rahmen dieser Konzertreihe waren eine a cappella Gruppe bestehend aus 5 Sängerinnen und Sängern aus Helsinki, ein Lied- und Opernsänger, welcher einige deutsche Lieder im Programm hatte und mich mit seiner Interpretation und Artikulation dieser begeistert hat und als finales Konzert hörte ich einer der besten und bekanntesten finnischen Pianisten, welcher wirklich unglaublich gefühlvoll sein Instrument beherrschte und somit diese Konzertreihe wunderbar zum Ende brachte.
Satasoitto
Ich habe Glück das ich musikalisch nicht nur diese Konzerte genießen darf, sondern auch in einem Chor singen kann, der zusammen mit 2 anderen Chören aus Finnland Weihnachtskonzerte zusammen plant.
Deswegen treffen sich alle drei Chöre zu einem Chortreffen über ein Wochenende in einer nahegelegenen Jugendherberge, wo wir viel üben und uns alle kennenlernen. Auf dem Programm steht das Weihnachts-Oratorium von Bach, welches natürlich komplett in deutsch ist und mir deshalb noch besser gefällt, da ich der einzige bin, der den Text wirklich versteht. Ich treffe viele Jungs aus den anderen Chören (Tampere und Turku), mit denen ich die Proben, Pausen und den Abend verbringe.
junge Sänger aus Turku, Tampere und Pori
Am Abend steht Sauna am See auf dem Programm und auch wenn es dunkel und kalt draußen ist, lassen wir es uns nicht nehmen nach der Sauna in den eiskalten See kurz baden zu gehen. Was für die Finnen normal ist, genieße ich total und es ist ein echt schönes Gefühl, die Sauna mit Freunden zu erleben und die tolle Natur immer in seiner Nähe zu haben. Das Wochenende nahe der Musik hat mir sehr gut gefallen und es mir ist es auch sehr wichtig neue Leute immer wieder kennenzulernen und deshalb sind diese Art von Ausflügen oder Erlebnissen am Wochenende wirklich ein sehr guter Ausgleich zu meinem Alltag in Familie und Schule.
Sauna & See - ein wunderbares Zusammenspiel
In der Schule läuft es außerhalb des Unterrichts sehr gut, da ich viele neue Freunde in verschiedenen Klassen habe, mit denen ich gut die Zeit verbringen kann. Der Unterricht ist meist ziemlich schwer, da ich nahezu nichts verstehe. Deswegen ist es auch häufig ziemlich anstrengend und zäh, aber mein Unterrichtsplan ändert sich ja relativ häufig während des gesamten Schuljahrs, deswegen hoffe ich, dass es noch besser wird. Nach der Schule besuche ich einmal in der Woche einen Sprachkurs und den Chorunterricht. Außerdem versuch ich hier Möglichkeiten zu finden regelmäßig Sport zu treiben, habe bis jetzt aber noch nichts richtiges gefunden. Deshalb probiere ich zur Zeit viele Sportarten aus, wie z.B. Fußball, Volleyball, Tennis und Unihockey, welches hier sehr populär ist und man immer Möglichkeiten findet irgendwo Unihockey zu spielen oder zu sehen. Sport ist auch immer eine gute Hilfe um neue Leute kennenzulernen, oder auch mal was neues auszuprobieren, was mir bisher sehr gut gefällt.
In der Gastfamilie fühle ich mich immer sehr wohl und es ist schön immer mehr diese Familie kennenzulernen und mit ihnen hier die Zeit zu verbringen. Einer meiner älteren Gastgeschwister ist gerade Vater geworden, was natürlich sehr aufregend für mich und die gesamte Famile ist und deshalb ist natürlich immer viel los zu Hause, wenn Besuch ist und sich dem neuen Mitglied der Famile erfreuen.
Die ersten Hürden sind nun genommen und ich bin nun wirklich angekommen hier in meinem neuen zu Hause. Die Sprache bereitet mir noch einige Hürden, trotz alledem ist die Zeit hier sehr interessant und ich fühle mich wohl.

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